Lösungen bei Lieferengpass Wirkstärke 40.000

Rezept-Formular: Lieferengpass bei hochdosiertem Pankreatin

“Wirkstärke Pankreatin 40.000 derzeit nicht lieferbar …” Das bekommen Patienten mit einer kranken Bauchspeicheldrüse bereits seit geraumer Zeit zu hören, wenn sie ihr Pankreatin-Präparat in der Apotheke erhalten möchten. Der Mangel an dem Enzymgemisch in ihrem Körper herrscht nun auch auf dem Arzneimittelmarkt: Was die Betroffenen dringend zur Behandlung ihrer chronischen Verdauungsbeschwerden benötigen, ist bei der höchstdosierten Wirkstärke 40.000 Ph.Eur.-Einheiten Lipase pro Kapsel zur Mangelware geworden (“Einheiten” steht hier und im Folgenden für die Einheiten der Enzymaktivität von Lipase gemäß Europäischem Arzneibuch (Ph. Eur.)).

Und nun? Etwa einstweilig auf die Einnahme von Pankreatin verzichten? Das ist selbstverständlich keine Lösung. Zumal es sich beim Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse um eine schwerwiegende chronische Erkrankung handelt, die einer dauerhaften Behandlung bedarf. Und zumal die Lieferengpässe noch weitaus länger andauern könnten und es zudem gute Lösungen gibt.

Warum gibt es Lieferengpässe bei Pankreatin-Präparaten gerade mit der Stärke 40.000?

Ursache dafür ist die begrenzte Verfügbarkeit des für die Wirkstärke 40.000 benötigten Ausgangsmaterials. Dieses hat eine hohe spezifische Enzymaktivität und stammt überwiegend aus den Bauchspeicheldrüsen von speziell gehaltenen Zuchtsauen. Im Gegensatz zu pflanzlichen Ausgangsstoffen kann bei Bedarfssteigerung nicht einfach die Anbaufläche vergrößert werden, sondern die verfügbare Menge ist durch die Fleischproduktion vorgegeben und wird bereits genutzt. Der aktuell darüber hinausgehende Bedarf hat zu dem Lieferengpass der Wirkstärke 40.000 geführt.

Sind auch andere hochdosierte Pankreatin-Arzneimittel von dem Lieferengpass betroffen?

Nein, so ist beispielsweise das hochdosierte Pankreatin-Arzneimittel Pankreatan® mit 36.000 Einheiten Lipase pro Kapsel nicht davon betroffen.

Auswege aus dem Engpass

Das Problem mit dem Nachschub besteht derzeit ausschließlich für Präparate mit Pankreatin in der hohen spezifischen Aktivität für die Wirkstärke 40.000. Arzneimittel mit Pankreatin in anderen Dosisstärken, wie beispielsweise Pankreatan® 36.000 sind nicht von dem Lieferengpass betroffen. Eine mögliche Ausweitung auf mittel- und niedrigdosierte Pankreatin-Arzneimittel ist nicht zu befürchten. Es gibt aber Auswege aus dem Engpass.

Auf Alternativen umsteigen

Laut den allgemeinen Empfehlungen des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller “haben die Lieferschwierigkeiten eines Herstellers oft keine Versorgungsprobleme für Patienten zur Folge, weil andere Hersteller von wirkstoffgleichen oder ähnlichen Medikamenten die Lücke durch ihre Lieferungen schließen können”*. Das heißt, Pankreatin-Arzneimittel der Dosisstärke 40.000 Einheiten können durch Alternativen ersetzt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, hochdosierte Präparate zu verwenden, die dieser Wirkstärke am nächsten kommen, z.B. Pankreatan® mit 36.000 Einheiten Lipase pro Kapsel. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung einer entsprechenden Anzahl von Kapseln mit weniger Lipase: Also etwa der Ersatz einer Kapsel mit 40.000 Einheiten durch zwei Kapseln mit 20.000 Einheiten oder vier Kapseln mit 10.000 Einheiten.

Selbstverständlich sollten diese Maßnahmen nur in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Quelle: http://www.vfa.de/de/patienten/arzneimittelsicherheit/lieferengpaesse

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