Diabetes & exokrine Pankreasinsuffizienz

Diabetes-Patientin misst ihren Blutzucker.

Diabetes ist das Erste, an das viele denken, wenn es um Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse geht. Kein Wunder bei über 7 Millionen Betroffenen allein in Deutschland*. Doch dass die “Zuckerkrankheit” häufig mit weiteren Erkrankungen wie einer exokrinen Pankreasinsuffizienz einhergeht, ist vielen unbekannt.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist nämlich ein Organ mit doppelter Funktion. Einerseits stellt sie Hormone wie das Insulin her, die den Zuckerstoffspiegel kontrollieren, die sogenannte endokrine Funktion. Zum anderen bildet sie aber auch Enzyme, die für die Verdauung notwendig sind. Dies nennen Mediziner exokrine Pankreasfunktion.

Diabetes: Verdauungsbeschwerden ernst nehmen!

Die Hormon-Produktion ist eng mit der Enzym-Produktion verbunden. Entzündliche Prozesse einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (med. Pankreatitis) können zum Beispiel Schädigungen verursachen, die mitunter auch zu einem Hormonmangel und im weiteren Verlauf zur Entwicklung eines Diabetes führen können. Umgekehrt entwickeln zwischen 10 und 50 % der Diabetiker (Typ 1 und 2) im späteren Verlauf auch eine exokrine Pankreasinsuffizienz – also eine Bauchspeicheldrüsenschwäche, die die Verdauung beeinträchtigt.

Diabetiker, die an Verdauungsbeschwerden leiden, sollten diese nicht als Zipperlein abtun. Gerade bei ihnen können ernsthafte Störungen vorliegen, die sich wiederum negativ auf den Diabetes auswirken und eine gute Einstellung erschweren können.

Typ 1, Typ 2 … oder doch Typ 3c?

Studien zeigen, dass 26–67 % der Typ-1-Diabetiker auch von einer exokrinen Pankreasinsuffizienz betroffen sind, bei Typ-2-Diabetikern trifft es in etwa jeden Dritten. Die Henne-Ei-Frage ist dabei häufig ungeklärt: Ist die Diabeteserkrankung die Folge einer exokrinen Pankreasinsuffizienz oder anders herum?

Neuen Expertenschätzungen zufolge kommt ein sekundärer, sogenannter Typ 3c Diabetes – dessen Ursache eine Bauchspeicheldrüsenerkrankung ist – häufiger vor als bisher angenommen. Dieser ist in den meisten Fällen insulinpflichtig und besonders schwer einzustellen. Daher sollten Patienten, die an einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung bzw. an exokriner Pankreasinsuffizienz leiden, am besten jährlich einen Diabetes-Test machen. Andererseits sollten Diabetiker, die unter Verdauungsbeschwerden leiden, dies beim Arzt erwähnen und sich ggf. auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz untersuchen lassen.

*Quelle: Deutsche Diabetes-Hilfe e. V.

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